Magenspiegelung (Gastroskopie) 

  Was ist eine Magenspiegelung?

Die Magenspiegelung (Gastroskopie)  ist eine endoskopische Untersuchung des Magens. Mit Hilfe eines speziellen Endoskops betrachtet der Arzt dabei die Speiseröhre (Ösophagus), den Magen und den Zwölffingerdarm (Duodenum). Deshalb wird die Untersuchung auch als Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) bezeichnet. 


Wie funktioniert die Magenspiegelung?

Die Untersuchung erfolgt mit einem Gastroskop. Ein Gastroskop besteht aus einer sehr beweglichen, mit Kunststoff ummantelten Glasfaseroptik. Häufig hat es eine Spül- und Absaugvorrichtung, einen Arbeitskanal, durch welchen Instrumente, z.B. Miniaturzangen eingeführt werden können und teilweise ein Videosystem zur Licht- und Bildübertragung an einem Monitor.

Moderne Instrumente haben heute nur noch einen Durchmesser von meist weniger als einem Zentimeter. Sie können von außen sehr gut gesteuert und leicht in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm eingeführt werden. Mit diesen Instrumenten lassen sich kleine Gewebeproben (Biopsien) entnehmen oder therapeutische Maßnahmen durchführen.


Gastroskop
Bildquelle: © glaxowellcome.ch

Die Entnahme von Gewebeproben ist wie die gesamte Gastroskopie nicht schmerzhaft.

Die Magenspiegelung dauert im Regelfall nur wenige Minuten.


Wann ist eine Magenspiegelung notwendig?

Bei folgenden Beschwerden ist eine Gastroskopie sinnvoll: 

  • Unklare Schluckstörungen
  • Wiederkehrendes Sodbrennen
  • Häufig auftretende Oberbauchbeschwerden
  • Länger anhaltende Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
  • Blutarmut (Anämie)

 

Bei der Magenspiegelung wird 
unter anderem die Magen-
Schleimhaut auf Veränderungen
untersucht
Bildquelle: © Veisland/ Netdoktor


Außerdem wird die Gastroskopie zur Therapiekontrolle, z.B. bei Magengeschwüren, und bei Blutungen aus dem Magenbereich oder zur Kontrolle nach Magenoperationen, angewandt.

Mit der Gastroskopie kann der Arzt auch spezielle Behandlungen durchführen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Endoskopische Blutstillung 
  • Abtragung von Polypen im Magen und Zwölffingerdarm: Polypen sind Geschwülste der Schleimhaut.
  • Behandlung von Einengungen, z.B. in der Speiseröhre 
  • Entfernung verschluckter Fremdkörper


Was ist im Vorfeld der Magenspiegelung zu beachten?

Um den Magen genau beurteilen zu können, muss dieser frei von Speiseresten sein. Deshalb sollte der Patient in der Regel mindestens sechs Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen oder trinken.

Sollte eine "Beruhigungsspritze" gewünscht oder empfohlen werden, darf der Patient bis zu 24 Stunden nach der Untersuchung nicht selbstständig Kraftfahrzeuge fahren oder Maschinen bedienen.


Wie läuft die Magenspiegelung ab?

Bei Bedarf oder auf Wunsch wird der Rachen vor der Untersuchung entweder durch ein Spray örtlich betäubt, oder der Patient bekommt ein beruhigendes und schläfrig machendes Medikament injiziert.

Beim auf der linken Seite liegenden Patienten führt der Arzt das Gastroskop über den Mund in die Speiseröhre ein, weiter in den Magen und in den nachfolgenden Zwölffingerdarm.

Durch Einblasen von Luft entfaltet sich der Magen, so dass ihn der Arzt besser einsehen kann.

Je nach Krankheitsbild kann der Arzt nun Biopsien entnehmen oder therapeutische Eingriffe vornehmen.


Das Gastroskop wird über die Speiseröhre (1) in Magen (2) und Zwölffingerdarm (3) eingeführt
Bildquelle: © glaxowellcome.ch


Welche Komplikationen können bei der Magenspiegelung auftreten?

Endoskopische Untersuchungen werden weltweit seit vielen Jahren millionenfach sicher durchgeführt. Trotzdem kann es in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Zu nennen sind beispielsweise:

  • Verletzungen der Wand des Verdauungstraktes
  • Durchstoßung (Perforation) der Wand des Verdauungstraktes 
  • Stärkere oder verlängerte Blutungen nach Gewebeentnahme oder nach Abtragung von Polypen 
  • Störungen der Atemfunktion und des Herz-Kreislaufsystems bei Patienten, die ein beruhigendes und schläfrig machendes Medikament bekommen haben: Die heutigen Endoskopie-Einrichtungen sind mit den nötigen Gegenmitteln und Notfalleinrichtungen ausgestattet.
  • Gebissschäden, vor allem bei lockeren Zähnen


Welche alternativen Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?

Eine alternative Untersuchungsmöglichkeit ist die Magen-Darm-Passage, eine Röntgenuntersuchung, bei der ein Röntgen-Kontrastmittel geschluckt wird. Diese Untersuchung ist zur Überprüfung von Schluckstörungen gut geeignet. Aber auch Magengeschwüre oder ein Magenkarzinom können auf diese Weise diagnostiziert werden. Bei dieser Untersuchung können jedoch weder Biopsien entnommen noch therapeutische Eingriffe wie bei der Gastroskopie durchgeführt werden.

 


Die Dürchführung der Gastroskopien erfolgt im KH Rudolfinerhaus.

 





 


      
       

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